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2.5:5.5 in Südlohn - Da war mehr drin Drucken
Geschrieben von: Dr. Karl Steiner   
Montag, den 30. November 2009 um 09:41 Uhr

Wieder einmal ein Match der vertanen Chancen lieferte unser Verein am Vorabend des ersten Advent in Südlohn. 

Die kürzeste Partie spielte diesmal unsere Leitfigur Martin Fuest am ersten Brett, der aufgrund privater Sorgen nicht seine volle Stärke zeigen konnte und in etwas vorteilhafterer Stellung bald ins Remis einwilligte.

Ein wenig dramatischer, aber auch nicht viel länger war die Partie an Brett sechs, wo Karl Steiner gegen den gefürchteten Blitzspieler Klaudio Kolakovics alias „Blackmar Diemer“ einen positionell fragwürdigen Bauernraub wagte, worauf ein forciertes Remis durch Zugwiederholung die für beide Seiten beste Fortsetzung war.

Nach diesem nicht so üblen Beginn drehte sich das Blatt aber schnell gegen uns. Frank Böing hatte am vierten Brett gegen den aggressiv agierenden Frank Kempe in der Französischen Verteidigung mit Schwarz eine Zeitlang zwei Mehrbauern, musste sich dem Angriff des Gegners aber relativ rasch geschlagen geben.

Für Stephan Robeling an Brett fünf sah es mit Weiß im Damengambit zunächst recht gut aus, bis er sich hinreißen ließ, den isolierten Damenbauern des Gegners voreilig zu verspeisen. Dieser erwies sich leider als vergiftet.

Somit stand es schon mal 3 zu 1 für Südlohn, aber noch war nicht aller Tage Abend. Vor allem Hans Stanik und Wilhelm Tepasse schienen ihre Gegner fest im Griff zu haben.

Doch leider – so sehr Hans am zweiten Brett (im Franzosen mit Schwarz) auch auf Gewinn stand, es half ihm nichts, als er eine taktische Finte, nämlich ein Mattmotiv mit Ablenkungsopfer, zu spät erkannte. So etwas ist natürlich immer bitter.

Ähnlich Wilhelm an Brett acht: Als er zwischen mehreren vorteilhaften taktischen Abwicklungen zu wählen hatte, entschied er sich für die, die sich als gar nicht vorteilhaft herausstellen sollte, weil nämlich der Gegner mit seiner Dame den Springer auf g6 schlug und der ihn (scheinbar) deckende Bauer f7 durch einen weißen Läufer auf c4 gefesselt war. Das tut besonders weh: Man steht schon halb auf Gewinn, noch dazu mit Schwarz, und plötzlich fehlt ein Offizier! Da war nichts mehr zu machen.

Nun stand die Niederlage also fest. Daran änderte auch nicht mehr viel, dass Sebastian Hunhoff am siebten Brett mit ein wenig Glück gewann (sein Gegner verrechnete sich und büßte dabei eine Figur ein) und Carsten Liesmann, auf dessen Stellung man nicht mehr viel verwettet hätte, durch tapfere und zähe Gegenwehr seinem Gegner trotz Minusqualität ein Remis abtrotzte.

Insgesamt ein Matchverlust, der längst nicht so klar und deutlich war, wie es die nüchternen Brettpunkte am Ende aussagen.

Doch was soll´s – um den Meistertitel spielen wir in dieser Saison nicht mehr mit, aber abgestiegen sind wir deshalb noch lange nicht!