Schachregeln

"Schach ist nicht wie das Leben ... es hat Regeln!" (Mark Pasternak)

Das Schachspiel findet auf dem Schachbrett statt: Es ist gekennzeichnet durch 64 kleine Quadrate, die selbst ein großes Quadrat bilden. Dadurch ergeben sich in der Horizontalen 8 Reihen, die durchnummeriert sind mit 1 bis 8, wobei die 1. Reihe die unterste ist, die 8.Reihe die oberste ist. Außerdem gibt es in der Senkrechten 8 Linien, die mit a bis h bezeichnet werden, wobei die a-Linie am linken Brettrand liegt, die h-Linie am rechten Brettrand. Durch Kennzeichnung der Reihen und Linien ist jedes der 64 Felder genau festgelegt, z.B. ist das Feld unten links a1, das oben rechts h8. Mit der Bezeichnung der Felder lassen sich auch die Bewegungen der darauf platzierten Figuren exakt beschreiben und die Schachregeln bezüglich der Bewegungen ableiten.

Jetzt kommern wir zu den agierenden Schach-Steinen bzw. Schach-Figuren: Legt man das alte Bild vom Kriegsspiel zugrunde, so stehen sich auf dem Brett zwei Heere gegenüber, die sich bekämpfen. Es sind dies die weißen und die schwarzen Steine, wobei die weißen Steine die 1. und 2. Reihe belegen, die schwarzen Steine die 7. und 8. Reihe. Im Schach wird kurz von Weiß und Schwarz gesprochen. Weiß und Schwarz haben von der Anzahl und den Eigenschaften her gesehen die gleichen Steine. Es sind dies der König (K), die Dame (D), zwei Türme (T), zwei Springer (S), zwei Läufer (L) sowie acht Bauern (B). Jede Partei verfügt also über insgesamt 16 Steine, die in der Ausgangsstellung wie folgt Platz nehmen: Für Weiß gilt: Auf a1 steht ein T, rechts daneben ein S, daneben ein L, dann folgt die D, dann der K, dann erneut ein L, sodann der zweite S, schließlich der zweite T. Vor diesen 8 Figuren, also in der 2. Reihe, stehen die acht Bauern. Die Aufstellung der schwarzen Steine ist spiegelbildlich: auf der 7. Reihe stehen die schwarzen Bauern, dahinter beginnend mit dem T auf a8 die übrigen Figuren.

Schachbrett

Sind die Steine gesetzmäßig laut der Schachregeln aufgestellt, beginnt der Kampf dadurch, dass Weiß den ersten Zug ausführt und danach abwechselnd gezogen wird. Dazu wird ein Stein von einem Feld auf ein anderes Feld gezogen. Sollte auf dem neuen Feld ein gegnerischer Stein stehen, wird der geschlagen und vom Brett entfernt. Steht auf dem anvisierten Feld ein Stein der eigenen Farbe, ist dies ein unmöglicher Zug, der aktive Stein muß sich ein anderes Feld suchen. Dabei gilt insgesamt für das ganze Schachspiel: Berührt geführt !! Wer am Zuge ist und einen seiner Steine berührt hat, ist verpflichtet, mit diesem Stein den nächsten Zug zu machen. Dies ist durch die Schachregeln eindeutig festgelegt. Ist eine Figur geschlagen, wird sie für die Dauer dieses Spiels vom Brett entfernt.

Das Ziel des Kampfes ist es, den gegnerischen König zu fangen bzw. ihn „Matt zu setzen“. Wird er bedroht, sagt man dem Gegner „Schach“. Dann muss der König geschützt werden, sei es durch Wegziehen, Schlagen der drohenden Figur oder Dazwischenstellen einer weiteren Figur. Ist nichts von dem möglich, ist der König schachmatt, das Spiel beendet. Dabei erhält der siegreiche Spieler einen Punkt, also eine 1 als Resultat, der Verlierer keinen Punkt, also eine 0. Es gibt aber auch eine Punkteteilung, wenn das Spiel unentschieden, also remis, endet. Das ist z.B. der Fall, wenn nur noch die beiden Könige übrig geblieben sind oder das vorhandene Material an Steinen nicht ausreicht, den Gegner matt zusetzen. Ein Remis kann auch vereinbart werden, wenn die Gegner zu der Überzeugung gekommen sind, dass die Partie im Gleichgewicht ist oder nur unter Inkaufnahme großer Risiken Gewinnversuche unternommen werden können. Auch das Dauerschach, bei dem der gegnerische König unbegrenzt mit einem Schach bedroht wird, führt laut der Schachregeln zu einem Remis. Das kann auch nach der dritten Zugwiederholung gefordert werden. Eine Besonderheit stellt noch das Patt dar. Es tritt ein, wenn der Gegner am Zug ist und er keine Züge mehr zur Verfügung hat außer mit seinem König. Der König aber findet nur Felder vor, auf denen er bedroht ist. In diesem Fall ist die Partie remis, unabhängig von den Kräfteverhältnissen auf dem Brett, also auch wenn die überlegene Partei auf Gewinn steht.

Jede Schachfigur hat ihre eigene Bewegungsfähigkeit laut der Schachregeln.: Der König darf von seinem Standort aus jeweils nur auf ein beliebiges Nachbarfeld ziehen. Der Turm darf nur in gerader Linie ziehen, dabei aber soweit ziehen, bis eine freundliche oder gegnerische figur ihm den Weg versperrt. Der Läufer darf nur in beliebiger Richtung in schräger Linie ziehen, wobei sich ein Läufer immmer auf den schwarzen Schrägen, der andere Läufer auf den weißen Schrägen bewegt (man spricht hierbei auch von schwarzen und weißen Läufern). Auch hier gilt, dass der Läufer in einer Linie so weit ziehen kann, bis ihm der Weg versperrt wird.

Die Dame kann sowohl in gerader als auch schräger Richtung ziehen. Dabei darf die Dame, wie alle anderen Figuren auch nie über eine eigene oder fremde Figur hinweg ziehen (Ausnahme Rochade oder Springer wie folgt). Eine besondere Zugregel gibt es für den Springer: Er muss jeweils nach Überschreiten eines geraden Feldes auf ein schräges Feld ziehen. Dabei kann er durchaus über eigene oder fremde Steine ziehen. Auch die Bauern haben eine spezifische Form zu ziehen. Markant ist z.B., dass sie laut der Schachregeln niemals rückwärts ziehen können. Die übliche Form ist das Vorrücken um ein Feld, von der Grundstellung aus allerdings ist ein Zug über zwei Felder möglich. Schlagen kann der Bauer nur schräg, ein vor ihm stehender gegnerischer Stein blockiert ihn, zu einem Schlagen kommt es dann nicht.

Zu den Besonderheiten des Schachspiels gehören die folgenden Schachregeln bzw. Aspekte:

  • Wenn ein Bauer die gegnerische Grundreihe erreicht, hat er das Recht, sich gleichzeitig in eine beliebige Figur zu verwandeln, allerdings nicht in einen zweiten König oder als Bauer zu verbleiben. Der Bauer hat also den Marschallsstab im Tornister, er wird befördert, da er nach der Umwandlung zu einer Figur wird, die an Wert dem Bauer überlegen ist. Über den unterschiedlichen Wert der Steine wird noch zu sprechen sein.
  • Eine weitere Besonderheit bei den Zügen ist die so genannte Rochade: Stehen König und Turm noch in der Grundstellung, ohne zuvor gezogen zu haben,und sind die Felder zwischen beiden Figuren frei und nicht bedroht von gegnerischen Figuren, kann der Spieler eine Rochade durchführen: Er zieht den König an den Turm heran und stellt den Turm auf die andere Seite des Königs. Sie zählt als ein Zug. Damit steht der König in der Regel besonders sicher: Durch die vor ihm stehenden Bauern und durch die Tatsache, dass Drohungen nicht mehr von allen Seiten möglich sind. Es sind im übrigen eine kurze und eine lange Rochade zu unterscheiden, je nach dem, ob der König mit dem näheren Turm oder mit dem entfernten Turm rochiert.
  • Aus der unterschiedlichen Fähigkeit zu ziehen und damit unterschiedlich intensiv zu drohen, lassen sich für die Figuren voneinander abweichende Werte ableiten. Die Erfahrung hat gezeigt, dass der Wert eines Springers oder eines Läufers mit etwa 3 Bauern anzusetzen ist. Der Turm dürfte einen Springer oder einen Läufer plus jeweils einen Bauer wert sein. Die Dame wird i.d.R. mit 2 Türmen gleichgesetzt. Da der König nie als Figur zum Abtausch in Frage kommt, bleibt er in dieser Berechnung unberücksichtigt. Diese Hinweise sind nur grobe Anhaltspunkte. Eine Wertigkeit läßt sich hier nicht durch Schachregeln eindeutig festlegen sondern ist abhängig von der jeweiligen Situation. Je nach Figurenkonstellation auf dem Brett und damit je nach Verwendungsmöglichkeit der einzelnen Figur wird man zu einer anderen Bewertung dieser Figur kommen.
  • Im Zusammenhang mit diesen Grundlagen ist auch noch auf die Möglichkeit der Notation hinzuweisen, die bei Wettkampfpartien zur Pflicht wird und daher quasi zu den Schachregeln gehört. Durch Angabe der ziehenden Figur sowie des alten und neuen Standorts kann jeder Zug festgehalten werden und damit auch eine ganze Partie. Beim Ziehen des Bauern gibt man nur den alten und den neuen Standort an. Für die Rochade hat sich folgendes Zeichen eingebürgert: 0-0 für kurze Rochade, 0-0-0 für lange Rochade. Diese Eigenschaft des Schachspiels hat dazu geführt, dass seit langem Partien insbesondere von Spitzenspielern aufbewahrt werden. Das gilt für einzelne Partien ebenso wie für ganze Turniere. Auf der Basis dieser Partien ist eine umfangreiche Schachliteratur entstanden mit vielen Analysen und Kommentaren, als generelle Partie-Sammlungen, aber auch als Lehrbücher für die wichtigsten Elemente des Schachspiels, den Eröffnungen, dem Mittelspiel mit Strategie und Taktik sowie den Endspielen. Insbesondere hat es für jeden Spieler seinen Reiz, die eigenen Partien durch Nachspielen erneut zu erleben und auf Stärken oder Fehler hin zu untersuchen.

Hier die Notation der ersten 10 Züge einer Partie X gegen Y, eine Variante des Damengambits:

1. d2-d4 d7-d5
2. c2-c4 e7-e6
3. Sb1-c3 Sg8-f6
4. Lc1-g5 Lf8-e7
5. e2-e3 0-0
6. Sg1-f3 Sb8-d7